„Ah, du hast es schon gefunden? Ja, mein Schatz. Es ist Schwarzkümmel. Du klingst in letzter Zeit so unruhig. Ich dachte, ein bisschen Schutz würde dir vielleicht beim Einschlafen helfen.“ Ihre Worte ließen jede Spur von Angst in mir verschwinden. Was ich für ein Schädlingsproblem gehalten hatte, war in Wirklichkeit die Liebe meiner Großmutter, die sich still unter meinem Bett versteckt hatte.
In dieser Nacht rührte ich die Samen nicht an. Ich ließ sie genau dort, wo sie sie hingelegt hatte – nicht, weil ich an Magie glaube, sondern weil ich an sie glaube.
Als ich das Licht ausmachte, fühlte sich die Luft irgendwie ruhiger an. Vielleicht war es einfach das beruhigende Gefühl, zu wissen, dass sich jemand so sehr um mich gesorgt hatte, dass er mir einen kleinen Segen hinterlassen hatte.
Und während ich einschlief, dachte ich darüber nach, wie sich Liebe manchmal an den kleinsten, unerwartetsten Orten versteckt – sogar unter einer Matratze, getarnt als eine Handvoll schwarzer Samen.
Ich fand seltsame schwarze Körner unter meiner Matratze – was ich für Insekteneier hielt, entpuppte sich als etwas Wunderschönes
