Das Mädchen verschwand 1998; was drei Jahre später entdeckt wurde, lässt die Ermittler bis heute nicht los…

Die Stimme war professionell.

Vorsichtig.

Ja, mein Name ist Detective Carl Morrison und ich arbeite für das Pineridge Police Department.

Es tut mir leid, dass ich so früh anrufe, aber Sie müssen unbedingt zum Blackwater Swamp kommen.

Sarah umklammerte das Telefon fester.

Das Blackwater-Sumpfgebiet lag 15 Meilen von ihrer kleinen Stadt in Oregon entfernt. Es war ein Gebiet mit dichten Feuchtgebieten und knorrigen Bäumen, das die Einheimischen mieden.

Was ist denn los, meine Dame? Unsere freiwilligen Aufräumtrupps sind in den Gebieten im Einsatz, die nach den heftigen Regenfällen der letzten Woche überschwemmt wurden.

Sie haben etwas gefunden.

Brechen.

Wir glauben, dass dies mit Emmas Fall zusammenhängen könnte.

Die Schüssel fiel Sarah aus der zweiten Hand.

Eier spritzen auf Lenolium.

Haben Sie sie gefunden? Wir haben die Überreste gefunden.

Bleibt klein.

Ich möchte die Details lieber nicht telefonisch besprechen, aber wir würden Sie bitten, vorbeizukommen und ein paar Dinge zu identifizieren.

Sarahs Beine versagten.

Er sank in den Küchenstuhl und umklammerte mit der anderen Hand die Kante der Küchentheke.

Ich bin in 20 Minuten da.

Frau Whitmore, ich möchte das vorbereiten.

Das wird schwierig.

Hast du jemanden, der dich fahren kann? Ich kann das übernehmen.

Ihre Stimme klang lauter, als sie sich fühlte.

Nachdem sie aufgelegt hatte, stand Sarah regungslos in der Küche, das Ei lief an der Seite des Küchenschranks herunter.

Drei Jahre des Suchens, Hoffens und jedes Mal Aufspringens, wenn das Telefon klingelte.

Und nun das.

Mechanisch ging er zu der Schublade, in der er Emmas Akte aufbewahrte – eine abgenutzte Manila-Mappe, in der er Kopien von Polizeiberichten, Fotos und Zeitungsausschnitten gesammelt hatte.

Ihre Hände zitterten, als sie ihre Schlüssel vom Haken an der Tür nahm.

Die Straße zum Blackwater Swamp schien endlos.

Die vertrauten Straßen von Pine Ridge wichen einer Landstraße, dann einer schmalen Zufahrtsstraße, die sich durch den dichten Küstenwald Oregons schlängelte.

Sarah war diese Strecke nur einmal gefahren, und zwar während der ersten Suchaktion, als sie jeden Winkel der Wüste in einem Umkreis von 50 Meilen durchkämmt hatten.

Morgennebel hüllte die Bäume ein und die Straße war vom Regen der letzten Tage noch nass.

Als er sich dem Sumpf näherte, verkrampfte sich sein Magen beim Anblick, der sich ihm bot.

Polizeiwagen reihten sich auf der matschigen Zufahrtsstraße auf, ihre Lichter erzeugten im Morgennebel einen gespenstischen Stroboskopeffekt.

Ein großer Bereich nahe dem Wasserrand wurde vom Tatort abgesperrt.

In Schutzkleidung gekleidete Personen bewegten sich gezielt um einen zentralen Aufmerksamkeitspunkt herum.