Er verdrehte die Augen und scherzte: „Mama, du bist gesetzlich verpflichtet, das zu sagen.“
Als ich ankam, sah die Schule genau so aus wie vorher. Das machte die Sache in gewisser Weise noch schlimmer.
Frau Dilmore wartete blass und nervös in der Nähe des Büros. Mit zitternden Händen überreichte sie mir einen schlichten weißen Umschlag.
„Ich habe es ganz unten in meiner Schublade gefunden“, sagte er.
Ich hielt es vorsichtig. Auf der Vorderseite standen in Owens Handschrift zwei Wörter:
Für Mama.
Meine Knie hätten fast nachgegeben.
Er führte mich in ein ruhiges Zimmer. Ein Tisch. Zwei Stühle. Ein Fenster mit Blick auf die Landschaft, wohin Owen flüchtete, wenn er glaubte, ihn nicht sehen zu können.
Ich öffnete den Umschlag langsam. Darin befand sich ein gefaltetes Blatt Notizbuchpapier.
Als ich seine Handschrift sah, traf mich der Schmerz so heftig, dass ich meine Hand auf meine Brust legen musste.
„Mama, ich wusste, dass dich dieser Brief erreichen würde, falls mir etwas zustoßen sollte. Du musst die Wahrheit erfahren … über Papa …“
Ich hatte das Gefühl, der Raum stürzte über mir ein.
Owen sagte mir, ich solle Charlie nicht konfrontieren. Er sagte mir, ich solle ihm folgen und mir selbst ein Bild machen. Dann schaute er unter einer losen Fliese, unter dem Tisch in seinem Zimmer, nach.
Keine Erklärung.
